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Die Bockjagdsaison steht vor der Tür, eigentlich hat sie bereits angeklopft und wir öffnen die Türen. Die kurze Zeit des Verschnaufens haben sicherlich viele von uns genutzt, vor allem unsere Familien, die oft unter unserer Lebenspassion leiden müssen. Nun aber ist es wieder so weit und wir schlüpfen leise aus dem warmen Bett um den Morgen beim Erwachen zuzuschauen.
In den letzten Tagen im April denke ich oft und gerne an vergangene Mai Wochenenden zurück. Ein Wochenende sticht in meinen Überlegungen immer wieder deutlich hervor, sowohl jagdlich als auch fotografisch.

Mein Jagdfreund Martin hat mich Zuhause in Prag abgeholt. Aufgrund von kleinen Verzögerungen meinerseits, haben wir es leider nicht mehr pünktlich zum Abendansitz geschafft. Das trübte aber weder Stimmung noch sorgte es für Meckereien von Martin. So hatten wir ausreichend Zeit über Familie, Jagd und deren Geschichten zu reden, immerhin sieht man sich leider, wie so oft, viel zu selten.

Der Wecker klingelt und ich kann Ihnen sagen, ich hätte es fast nicht aus dem Bett geschafft. So war es für mich schon der erste Erfolg, meine Füße in eine senkrechte Position zu bringen. Wie konnte das nur passieren? Früher bin ich aus dem Bett gesprungen, lange bevor der Wecker klingelte. Auch ich werde wohl älter. Gut, dass Martin mit war, er war ein guter Motivationsgrund. Noch im Dunkeln machten wir uns auf den Weg. Mein Freund ging den Berg runter und ich rauf. Nach ca. 2-3 km endete der Forstweg und von nun an pirschte ich leise und langsam zwischen einem Altbestand und einem Bach entlang. Der Bach verschluckte zum Glück einige Fehltritte von mir. Mein heutiger Sitz liegt an einer großen Wiese und so schleiche ich langsam bis zur Lichtung um mit meinem Glas einen vorsichtigen Blick auf die vor mir liegende Fläche zu bekommen. Nichts, dann kann es ja weiter zur Leiter gehen. Nach zwei Schritten poltert und kracht es neben mir. Vier Stück Rotwild brechen panisch weg. Na großartig, was ein klassischer Anfängerfehler. Etwas in mich zusammengesackt schlürfe ich nun Richtung Leiter, mehr vergrämen kann ich ja wohl nicht. Oben angekommen richte ich mich ein und warte hoffnungsvoll auf die ersten Sonnenstrahlen und da kommen sie auch schon. Zeitgleich beginnen die Vögel ihr Morgenkonzert und ich frage mich, wie ich jemals den Gedanken haben konnte, liegen zu bleiben.


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