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WIR JAGEN: Früher waren Automaten auf Jagden verpönt. Wie siehst Du das heute?

Tim: Die Jagd entwickelt sich weiter, wird immer mehr durch Technik in allen Bereichen unterstützt und erleichtert. Ich verschließe mich diesen Themen nicht kategorisch, sondern teste lieber erstmal selbst und entscheide dann, was für mich Sinn macht. Die Entwicklung des Sauenbestandes macht eine scharfe Bejagung auch durch Drückjagden erforderlich. Selbstverständlich gibt es zahlreiche sehr geübte Jäger, die mit einem Repetierer fast so schnell und sicher schießen können wie mit einem Halbautomaten. Die große Mehrheit unter den Jägern kann das aber ganz gewiss eben nicht. Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, mit einem Halbautomaten einen schnellen zweiten und dritten Schuss anbringen und so ggf. auch ein krank geschossenes Stück (schneller) erlösen oder eben sauber zwei und mehr Sauen erlegen zu können.

Wie angemerkt, schnell zwei oder drei oder gar mehr Schuss kann fast jeder aus seinem Gewehr bringen. Allerdings bietet der Halbautomat den großen Vorteil, dass man dabei immer „im Ziel“ bleiben kann. Denn insbesondere die Repetierbewegung, selbst bei einem Geradezugsystem, wirkt sich erheblich auf den Zielvorgang aus.

Letztlich muss jeder angemessen mit seinem Gewehr umgehen und tierschutzgerecht jagen können. Ich werde durch einen Halbautomaten jedenfalls nicht animiert mehr zu schießen.

WIR JAGEN: Danke für die detaillierten Antworten. Jetzt sag uns bitte noch, wie sieht Dein perfekter Drückjagdstand aus?

Tim: Optimal ist zunächst ein Drückjagdbock, auf dem ich vernünftig stehen kann. Auf flüchtiges Wild schieße ich im Sitzen nur äußerst ungern. Ich mag Stände in Dickungsnähe im Bestand, gerne zwischen Buchenrauschen. Ideal finde ich leicht hügeliges Gelände, wo man das Wild entsprechend kommen sehen kann und trotzdem (abgesehen von den Kuppen) ausreichend Kugelfang hat. Der Sitz sollte auf keinen Fall an einem Weg stehen. Da kommt dann das Wild im Bestand sehr vertraut und geht dann hochflüchtig über den Weg, um danach wieder gemächlich im Bestand zu ziehen. Das hab ich leider schon zu oft erlebt. Schlicht ungeeignet sind reine, enge Ansitzleitern, auf denen man weder stehen noch sich sonstwie bewegen kann.


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