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Auf einmal sehe im Tal Bewegung – Rotwild! Direkt unter mir ziehen zirka 10 Stücke Kahlwild. Obwohl sie mich nicht gesehen haben, ziehen sie spitz von mir weg. Leider sind sie zu schnell und ich stehe zu hoch über ihnen, so dass es keinen Sinn macht, sie anzupirschen. Aber es freut mich, dass ich sie genau dort angetroffen habe, wo ich sie auch erwartete. Es macht mir immer Spaß, wenn ich so etwas schaffe: das Wild gut genug zu kennen, um genau zu wissen (oder eher spüren), wo sie ziehen werden.

Es wird langsam dunkel und ich möchte die letzten Minuten der heutigen Jagd noch bei einem großen Kahlschlag verbringen. Und es hat sich gelohnt! Zirka 100 m von mir spüre ich Bewegung. Und dann sehe ich sie auch… ein kapitales Geweih! Gerade in dem Teil des Kahlschlages, in dem die Bäumchen ziemlich hoch sind, steht ein alter Hirsch. Wenn ich mich nicht irre, ist es ein gerader Achtzehnender! Neben ihm sind auch einige Stücke Kahlwild, aber von denen sehe ich maximal ihre Häupter, also nichts für einen sicheren Schuss. Aber ehrlich gesagt: Es ist auch besser so, damit ich den einmaligen Anblick auf diesen alten Herrn genießen kann. Jetzt, in diesem Moment, würde ich das Kahlwild sicherlich sowieso nicht bejagen.

Ich treffe mich mit meinen Jagdkameraden in der Hütte. Jeder von uns hatte guten Anblick gehabt, doch ohne Waidmannsheil. Aber das macht nichts – die Momente in diesem Revier sind ja immer einmalig und unvergesslich. Man muss kein Waidmannsheil haben, um hier wunderschöne Momente zu erleben. Einfach mit den Freunden beim Feuer zu sitzen und zu erzählen, was man erlebt hat, das liebe ich immer!


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