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Zum Glück ziehen die Stücke eher schräg von mir weg. Und… und ich jage zum ersten Mal in einem Tarnanzug. (Ich, eigentlich ein sehr konservativer Jäger, habe beim Fotografieren der heurigen Brunft zum ersten Mal erleben können, wie ein solcher Tarnanzug tatsächlich beim Fotografieren, aber auch bei der Jagd helfen kann, und verwende ihn an diesem Wochenende zum ersten Mal auch tatsächlich bei der Jagd). Meinen Jagdrucksack und den Pirschstock lasse zurück, um weiter nur auf dem Bauch zu kriechen. 20 m… 30 m… Jetzt bin ich hinter einem Stock, auf dem ich meine Büchse gut auflegen kann. Ich bin mir sicher – ein schwaches Kalb steht vor mir! Daneben stehen die anderen Stücke, die ich nicht näher anspreche (leider den Hirsch auch nicht).

Das Kalb steht weiter eher schräg, also muss ich noch ein Bisschen abwarten, bis seine Position passt. Es ist aber sehr knapp – am Ende des Schlages ist ein Streifen von alten Fichten und dahinter schon ein weiterer Kahlschlag (wie schon erwähnt, das Ergebnis von der Arbeit der Borkenkäfer ist hier überall zu sehen). Ich kann sie dort leicht aus den Augen verlieren. Doch jetzt steht das Kalb ideal. Der Schuss knallt durch die morgendliche Stille und kommt von unten aus dem Tal als Echo zurück. Das Kalb bleibt im Feuer. Erst dann schaue ich mir die restlichen Stücke an. Oder eher den Hirsch. Ich habe schon einige Hirsche erlegen können, einige sind meine „Lebenshirsche“, wie mein Freund sie immer bezeichnet. Aber ein starker Eissprossenzehner ist ein Traum für die meisten (wenn nicht für alle) Hirschjäger. Und so einer steht jetzt direkt vor mir. Mit fast 1 m Länge, oben mit zwei großen Gabeln und ziemlich langen Eissprossen. Na ja, nicht mehr so direkt, er zieht langsam auf den Kahlschlag hinter dem Fichtenstreifen weiter, sichert immer wieder in meine Richtung und ich kann ihn immer nur für ein paar Augenblicke sehen, wenn er in einer Lücke im Fichtenstreifen stehen bleibt. Die Distanz ist auch nicht gerade klein. In meiner Jagdkarte steht aber noch ein Hirsch, also… Ich probiere, weiter auf dem Bauch zu kriechen, leider verliere ich den Hirsch aus den Augen. Ich stehe jetzt im Fichtenstreifen und mir ist klar, dass der Hirsch nun weg ist. Hätte ich nur… Aber das gilt bei der Jagd nicht. Ich stehe beim erlegten Kalb – einem für diese Jahreszeit sehr schwachen Hirschkalb. Also ein gelungener Hegeabschuss.


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