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Nichtsdestotrotz gibt es inzwischen zahlreiche Bemühungen, dem negativen Trend entgegenzuwirken und so langsam findet in den Köpfen der Menschen ein Umdenken statt. In Wissenschaft und Politik spricht man seit einigen Jahren gerne von Ökosystemdienstleistungen, die den Nutzen der Artenvielfalt monetär ausdrücken. Und die, die nicht nur in Zahlen denken, entdecken wieder, dass es einfach nur schön ist, Tiere zu beobachten und die bunte Vielfalt zu genießen. Schlendert man heute durch eine Buchhandlung, findet man immer häufiger Bestimmungsbücher für Vögel und Pflanzen, die nicht nur auf Kinder ausgerichtet sind. Daneben stehen Ratgeber zum Selbstversorger-Garten und Rezeptsammlungen zum Kochen mit Wildkräutern. Natur wird wieder zum Trend und wenn es richtig umgesetzt wird, ist das auch gut so.

Unsere tierische Artenvielfalt reicht von winzig kleinen Insekten bis hin zum stattlichen Rothirsch. Ebenso vielfältig sind auch die Möglichkeiten, um Wildtiere in unserer Landschaft zu unterstützen. Ob auf großer Fläche oder im eigenen Garten, wenn nicht sogar auf dem Balkon – für jeden lässt sich etwas Passendes finden.

Wildäcker

Tolle Möglichkeiten hat derjenige, der einen Wildacker bewirtschaften kann. Das vielfältige Pflanzenangebot dient Insekten, Mäusen, Vögeln und Co. als Nahrung und diese stellen selbst wiederum eine wichtige Nahrungsquelle für Insektenfresser und Beutegreifer da. Auch Rotwild, Rehwild und Niederwildarten wie der Feldhase lassen sich die saftigen Gräser, Kräuter und Knospen schmecken. Wie beim Menschen gilt: Eine ausgewogene Ernährung stärkt die Gesundheit. Es gibt Studien, die darauf hindeuten, dass beispielsweise die Aufnahme von fettreichen Pflanzenteilen wie die Früchte des Klatschmohns der Feldhäsin helfen, qualitativ hochwertige Milch mit einem Fettgehalt von über 20 % zu produzieren. Das wiederum verbessert die Überlebenschancen der Jungtiere. Wer dem Schwarzwild eine Freude machen möchte, pflanzt Topinambur. Eine Pflanze, die der Sonnenblume ähnelt, im Sommer Blattäsung und Deckung bietet und in der kalten Jahreszeit wohlschmeckende Wurzelknollen bereithält. Neben dem Nahrungsangebot bietet ein Wildacker den Tieren eben auch Deckung, besonders wenn die landwirtschaftlichen Flächen abgeerntet sind. Der Aufbau eines Wildackers kann unterschiedlich sein. Manche bevorzugen eine Pyramidenform, bei der kleinere Pflanzen am Rand wachsen und die Wuchshöhe zur Mitte hin ansteigt. Eine andere Möglichkeit ist die Anlage in Streifenform. Diese macht eine Bewirtschaftung einfach, insbesondere wenn die Streifenbreite den genutzten landwirtschaftlichen Maschinen angepasst ist. Zudem kann rotierend gearbeitet werden, sodass dem Wild immer mindestens eine Fläche zur Verfügung steht. Werden diese Teilstücke von 3 bis 5 Meter breiten Schwarzbrachestreifen unterbrochen, profitieren sowohl Wildbiene als auch Feldhase. Letzterer drückt sich dort gerne in die Sasse und behält die Umgebung im Blick. Nach Taunächten kann er sich auf diesen Streifen trocken laufen. Auch Beutegreifer wie Füchse nutzen diese Wege. Wer durch den Wildacker Bodenbrüter wie Rebhuhn und Fasan unterstützen möchte, sollte daher die Anlage dieser Schwarzbrachen genau abwägen und planen. Durch Salzlecken lassen sich auch Wildäcker noch weiter aufwerten.


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