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„Ich möchte Dir gern zeigen, was mein Herz bei der Jagd bewegt. Bring bitte die wärmsten Ansitzsachen mit, die Du hast, wir fahren zu Weihnachten in die Berge.“

Ich strahle über das ganze Gesicht und wären nicht die Ohren im Wege, hätte ich es auch im Kreis gekonnt.

„Bist du noch dran?“

„Ja, ich bin noch dran. Wohin fahren wir, was jagen wir und wann? Ich habe so viele Fragen, ich bin so aufgeregt! Ich freu mich so!“

„Geduld“, kam lapidar von der anderen Seite der Leitung, „es ist doch auch ein bisschen Überraschung…“

Menschen, die mich persönlich kennen, wissen, dass Geduld nicht meine Kernkompetenz ist und eher weniger, ich würde sagen überhaupt nicht, zu meinen ausgeprägten Stärken gehört. Die Person am anderen Ende der Telefonleitung weiß das auch und bekräftigte seine Aussage mit dem Nachsatz „wenn du nicht aufhörst zu nerven, dann fahren wir nicht!“

Pffft! Bitte, ich kann mich beherrschen, wenn ich muss… schlecht, sehr, sehr schlecht, aber ich kann! Ich verlor eine Woche und die war verdammt lang, kein Wort über DIE Sache – jedenfalls nicht in diese Richtung. Die beste Freundin zu Hause hatte da weniger Glück… Sie hat allerdings Nerven wie Stahlseile und ertrug jeden Tag geduldig (sie hat diese Tugend) mein aufgeregtes Gequassel.

So startete ich also meine Reise am 22.12. Richtung Bayern. Dort angekommen wurde schnell mein Auto ausgeladen und in das andere umgeladen, natürlich nicht ohne entsprechende Kommentare über die Fülle an Klamotten und deren Verstauung (und? - ich liebe Tüten des schwedischen Möbelhauses, da passt einfach viel rein). Nachdem auch die drei Hunde Ihren Platz im Auto gefunden hatten, ging die Fahrt in Richtung – ja, wohin denn nun eigentlich – los? Egal, es schneite und ich wollte nicht so kurz vor der Überraschung doch noch zu Hause bleiben müssen.

Es ging erst einmal auf einen Parkplatz, auf dem bereits ein Jimny mit Anhänger wartete. Ein kurz gewachsener, fröhlich lächelnder Mann mit Hut und Teckel stand davor, die Hände in den Taschen vergraben. Aussteigen, zurück lächeln, Ruhe und Sicherheit ausstrahlen, trotz völliger Unkenntnis. „Moin!“ schalmeite ich ihm entgegen.

„Servus, griaß di! Und du bist die Carola aus dem hohen Norden, die noch nie in den Bergen war! Schön dich kennen zu lernen, und wir ändern das jetzt!“ AHA… Was der wohl schon wieder alles wusste. Alles einsteigen, wir fahren los. Die Flocken wurden größer und mir wurde es so richtig weihnachtlich.


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