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So ziemlich genau sechs Wochen ist es jetzt her, dass ich meine Jägerprüfung bestanden habe. Endlich geht es zusammen mit meinem Papa los zur Bockjagd. Als Jungjäger ist es manchmal echt hilfreich einen erfahrenen Jäger an seiner Seite zu haben. Als Jugendjagdscheininhaber ist dies sogar gesetzlich vorgeschrieben. Gar keine schlechte Sache, denn ich will ja keinen Fehler machen. Nachdem ich also mein Glück auf Sauen in Ungarn versucht habe, leider hat es dort nicht geklappt, geht es auf den Bock in unserem Heimatrevier. Fast jeden Abend bin ich mit dem Rad in unserem Revier unterwegs um einen Passenden zu finden. Natürlich habe ich keine Waffe dabei, darf ich alleine auch nicht, sondern nur mein Handy um möglicherweise ein Foto zu ergattern. Die geschossenen Fotos besprechen wir dann Zuhause und überlegen ob der richtige Bock dabei sein könnte. Vorgaben habe ich eigentlich keine bekommen, ich darf und muss selbst entscheiden welcher in Frage kommt. Klar, will ich keinen jungen Sechser schießen, sondern eher einen alten Bock oder aber einen schwachen Jährling. Das ist bei uns aber gar nicht mal so einfach. Die Jährlinge sind alle gut drauf und die alten sind ziemlich heimlich.

Diese ohne eine richtige Kamera zu knipsen ist fast unmöglich. Seit vierzehn Tagen drehe ich mit meinem Drahtesel die Runden und noch immer kein Ergebnis. Morgens schaffe ich es nicht raus, eine nervige Erfindung namens Schule steht den frühen Ausflügen im Weg – also bleibt nur der Abend. Abgesehen vom Rehwild fotografiere ich natürlich alles Wild was mir vor die Linse läuft. Ich muss zugeben, mittlerweile habe ich mehr Verständnis für die Lernstunden über Singvögel, Bäume, Büsche und Reptilien, die wir in der Jagdschule hatten. Damals konnte ich sie der Jagd nicht richtig zu ordnen, jetzt weiß ich: Es ist ein Privileg zu wissen, welche Lebewesen einen umgeben. So macht das Entdecken des Reviers viel mehr Freude, nicht nur vor meinen Freunden kann ich damit eine gute Figur machen...


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