Da es nach den Drückjagden keine Zusammenkunft mehr gab, konnte man auch von niemanden mehr erfahren, ob sein Hund während der Jagd von anderen Schützen beobachtet werden konnte und auf das Einsammeln herrenloser Hunde wurde auch oft verzichtet.

Öfter musste ich auch beobachten, dass Hunde stehengelassen und die Hundeführer nicht mal angerufen wurden, nur um schneller nach Hause zu kommen, wenn man nichts erlegt hatte. Natürlich hat man seine Hunde mit bester Technik ausgestattet, um diese so schnell wie möglich, während und nach der Jagd orten zu können. Doch selbst diese kann auch mal versagen. Die Kameradschaft der Jäger schwand in diesen Tagen immer mehr.

Wir als Stöberhundgruppe mussten den Verlust vieler privater Drückjagden verkraften, die meistens sowieso viel kleiner, familiärer und freundschaftlicher ausfallen, als die Staatsjagden. War die Genehmigung, Organisation und Einhaltung der Hygienemaßnahmen doch zu schwierig und aufwendig. Oftmals wurden wir viel später zu dem Sammelplatz terminiert als die Schützen, um unnötige Staus beim Ausrücken der Gruppen und ein Durcheinander zu vermeiden.

Manchmal gab es sogar andere Treffpunkte für uns, um schneller mit dem Trieb anfangen und nach der Jagd gen Heimat fahren zu können. Immer größer wurde das Gefühl, nicht mehr der wichtigste Part einer Drückjagd zu sein. Ständig kam man sich wie ein Arbeiter vor, der 3-4 Stunden seine Arbeit verrichten und danach den freien Tag genießen durfte. Der einzige Trost an diesen Tagen waren die anderen Kollegen der Gruppe, dass die Hunde ihrer Passion wie gewohnt nachgehen durften und wie immer großer Freude daran hatten.

Tradition und Gemeinschaft wurden in all diesen Tagen in den Hintergrund gerückt. All die Dinge, die den Charme einer guten Drückjagd ausmachen. Und das Traurige ist, dass es in der nächsten Saison wahrscheinlich so weitergehen und Corona uns immer noch im Griff haben wird.


Laden...