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Bilche - Die wenigsten haben sie je gesehen. Sie führen ein heimliches, verstecktes Leben, nur das gelegentliche Rumpeln auf dem Dachboden verrät sie hin und wieder. Wer Ende September noch seine Nistkästen gesäubert hat, konnte eventuell einen pelzigen Gast antreffen, der sich schon sein Winterquartier gesucht hatte. Denn jetzt im Oktober beginnt ihr mehrmonatiger Winterschlaf, dem der Siebenschläfer seinen Namen zu verdanken hat. Der Siebenschläfer ist der größte und wohl auch der bekannteste Vertreter der Bilche.

Neben ihm sind noch drei weitere Bilche bei uns heimisch: Der Gartenschläfer, unser zweitgrößter Bilch, ist mit seiner markanten Fellzeichnung und der schwarzen Maske unverwechselbar. Ihm folgt größenmäßig der Baumschläfer und zu guter Letzt die kleine Haselmaus, die gar keine Maus ist. Bilche gehören zu den Hörnchenverwandten und ähneln in ihrem Erscheinungsbild abgesehen von den Pinselohren ein bisschen den Eichhörnchen. Anders als diese sind Siebenschläfer und Co allerdings nachtaktiv und perfekt an das Leben bei Dunkelheit angepasst: Große schwarze Augen, die das Restlicht einfangen können, lange Tasthaare, ein hervorragendes Gehör und bewegliche Ohrmuscheln zeichnen die kleinen Kobolde aus.

In Baumkronen und Sträuchern sind Bilche in ihrem Element. Sie alle sind exzellente Kletterer. Drehbare Knöchel in den Hinterfüßen ermöglichen ihnen, sich auch kopfüber fortzubewegen. Glatte Oberflächen sind für die kleinen Schläfer ebenso kein Problem. Ihre Hand- und Fußsohlen weisen kissenartige Schwielen auf, die mit zahlreichen Drüsen übersät sind. Auf einem Quadratmillimeter Sohlenfläche befinden sich bis zu 50 Knäueldrüsen, die die Schwielen stets leicht feucht halten. Dadurch „kleben“ Bilche regelrecht an glatten Flächen, als hätten sie Saugnäpfe untergeschnallt. Alle Finger und Zehen sind zudem äußerst beweglich.


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