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Gerade im Wald mit sehr viel Verjüngung oder hohem Bodenbewuchs muss man sich keine Sorgen machen, dass das Geschoss schon an einem Grashalm aufpilzt, wie es manche Teilzerleger machen. Ausschuss war bei jedem Stück vorhanden, und das Geschoss ist immer (!) expandiert, was durch das Begutachten von Ein- und Ausschuss immer kontrolliert wurde.

Ob das Geschoss auch auf Entfernungen jenseits der 200 Meter immer zuverlässig wirkt, kann nicht gesagt werden, da hierfür nicht genügend Zahlen vorliegen. Dennoch sollten Schüsse über die 200 Meter für die meisten Jäger nicht als besonders relevant betrachtet werden, da sich das meiste deutlich näher abspielt.

Die besonders gute Wirkung des Geschosses lässt sich meiner Meinung nach auf die Art der Aufpilzung in Verbindung mit der Geschwindigkeit zurückführen. Da es nicht einfach nur reine Fahnen ausbildet, sondern eher komplett aufpilzt, wird die Energie wesentlich besser abgegeben, so mein persönlicher Eindruck. Natürlich nimmt der Querschnitt der Aufpilzung des Geschosses mit abnehmender Geschwindigkeit ab einer gewissen Entfernung ab.

Ein bekanntes Problem des GMX-Geschosses ist die Präzision aus deutschen Waffen bzw. Läufen. Da es sich um ein monolithisches Tombakgeschoss handelt, reagiert dieses empfindlicher auf lange Übergangskegel oder Verengungen im Lauf. Wo sich ein Bleigeschoss durch das weiche Material noch verformt und sich quasi an den Lauf anpassen kann, können Deformationsgeschosse irreversible verformt werden und somit eine Unwucht erhalten, was zu einer unzureichenden Präzision führen kann. Auch das richtige Reinigen des Laufes wichtig und besonders, wenn das Geschossmaterial gewechselt wurde. Eine Mindestzahl von zehn bis 15 Schuss nach einer chemischen Reinigung wird von Hornady empfohlen, um den Lauf mit dem Geschossmaterial leicht zu verschmieren und somit bessere Streukreise zu erzielen. Ein anderer Grund für eine schlechte Präzision kann die nicht optimale Setztiefe der Fabrikmunition sein.

Natürlich gibt es verschiedene bleifreie Teilzerleger, die ebenfalls eine sehr gute Augenblickswirkung haben, für mein Geschmack aber auch bei Schüssen hinter das Blatt zu viel zerstören. Auch gehen diese Geschosse sehr schnell auf, sollten sie ein vorher nicht gesehenes Hindernis berühren. Die Augenblickswirkung, die besonders auf Bewegungsjagden absolut erforderlich ist, ist bei dem GMX-Deformationsgeschoss in den allermeisten Fällen gegeben und gibt einem auch in schwierigen Situationen Sicherheit und die Gewissheit, dass das Stück tödlich getroffen wurde.

Jeder hat seinen eigenen Schwerpunkt, was die zu bejagende Wildart angeht, und jeder hat andere Ansprüche an das Geschoss sowie das verwendete Kaliber, jedoch sollten diese Geschosse immer das Gleiche tun. Sie sollten für einen schnellen und schmerzfreien Tod sorgen. Für mich passt das Geschoss von Hornady aufgrund seiner oben geschilderten Eigenschaften perfekt und erfüllt zuverlässig seine Aufgabe.


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