An einem Präparat vom einem Damhirsch erklärt Daniel, was für eine Trägermontage zu tun sei, wenn das Cape vom Gerber wieder zurückkomme. Heutzutage gäbe es für fast jede Wildart passende Formen als Trägervorlage zu bestellen. Diese seien aus PU-Schaum und ließen sich leicht bearbeiten. Was zu viel ist, wird ausgefräst, wo etwas fehlt mit Ton auf modelliert. Sehr beeindruckend die Augen-Sammlung… jedes Gruselkabinett hätte seine Freude daran.

Was das Gruseligste sei, frage ich Daniel. Er grinst und sagt, ich könne ja mal bei ihm ein Praktikum machen und die Pakete für ihn öffnen, da würden schon des Öfteren sehr schaurige Dinge passieren. Dankend lehne ich sein Angebot an dieser Stelle ab.

Er lehnt sich wieder zurück und lässt seinen Blick durch die Werkstatt schweifen. Ich greife diese Stille auf und frage, was er gern mal hier in der Werkstatt bearbeiten würde. Am liebsten einen Elefanten bricht es aus ihm heraus, aber dafür sei es noch zu klein hier. Ich sage schnippisch, er solle doch bitte etwas weniger arrogant sein und sich vielleicht erstmal mit einem Gorilla begnügen. Daniel schlägt mit der Hand auf den Tisch und fängt an zu lachen. So muss ich also erfahren, dass er im Mai für ein Museum in Oberösterreich einen Gorilla präparieren durfte… Er feixt immer noch spitzbübisch.

Bald ist Weihnachten und ich möchte gern wissen, was Daniel für Wünsche hat. Ach, Kleinigkeiten, sagt er, fürs‘ G’schäft halt. Was er sich wirklich wünsche, dass die Menschen die Arbeit von Präparatoren mehr wertschätzen. Es stecke viel Handarbeit in jedem Stück, viel Liebe zum Detail um den Ausdruck und die passende Körperhaltung wiederzugeben. Das nehme viel Zeit in Anspruch. Und Mühe. Und Geduld. Oft seien die Stücke, die eingesendet werden, nur unzureichend, müssen nachbearbeitet werden um für den Kunden ein schönes Ergebnis zu schaffen. Das kostet natürlich. Dennoch nehmen viele Kunden es dann in Kauf, ein günstigeres Angebot anzunehmen und geben sich mit etwas zufrieden, was sicher langfristig keine schöne Erinnerung an das Jagderlebnis sei.

Ob er eigentlich ein Lieblingstier habe? Logo, lächelt er, jagdlich ganz klar die Gams. Im Job könne er sich kaum festlegen. Raubkatzen machten ihm die größte Freude, denn hier hätte man die meisten Möglichkeiten, einen Ausdruck ins Präparat zu bringen und diesen mit der passenden Anatomie und Körperhaltung zu verbinden.


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