Im Anschluss an die Schule arbeitete er ein halbes Jahr im großelterlichen Betrieb (Präparationsatelier Schwarz) und absolvierte dann ein Praktikum bei einem Präparator in der Nähe von Magdeburg. Im Anschluss an dieses Praktikum musste Daniel seinen sechsmonatigen Wehrdienst beim Bundeheer ableisten, verlängerte diesen um weitere 3 Monate für einen Assistenzeinsatz an der Grenze zu Ungarn. Danach ging es nochmal für sechs Monate zurück nach Magdeburg. Wir nutzen diese Zeit für gegenseitige Besuche, es war schön Zeit mit Daniel zu verbringen, denn trotz seines wirklich äußerlich sehr jugendlichen Aussehens, ist er innerlich sehr aufgeräumt, bedacht und gefestigt.

Nach seiner Zeit in Deutschland wechselte er noch einmal in die Niederlande für acht Monate. Für ihn sei seine Liebe zu diesem Beruf in der Zeit in Deutschland und in den Niederlanden noch weiter gewachsen und habe sich in ihm manifestiert, erzählt er. Er lehnt sich zurück und lächelt verschmitzt. Gerne würde ich wissen, was in diesem Moment in seinem Gehirn vor sich geht.

Der Beruf des Präparators ist in Österreich ein Lehrberuf mit Berufsschule. Das Präparationsgewerbe ist seit einigen Jahren jedoch ein freies Gewerbe und es bedarf keiner abgeschlossenen Lehre, um hier als Selbständiger zu arbeiten. Für das Gewerbe an sich ein großer Nachteil, für Daniel ein Vorteil.

Klar wollte ich genau wissen, wie ein Präparat entsteht, wann kommt man schon mal dazu, hinter die Kulissen zu gucken! Daniel hatte gerade einen gefrorenen Muffelwidder per Post bekommen. Dieser kam per Express in einer Styroporbox. Routiniert löste Daniel das Haupt aus, erklärte dabei jeden Schritt. Lippen, Augen, Ohren und Nase müssen gespalten werden, nur so kann das nach dem Gerben entstandene Leder später beim Präparieren verwendet werden. Nachdem Daniel das Haupt ausgelöst und die Haut gesalzen hatte, ist das Stück auch schon wieder verpackt und unterwegs. Daniel arbeitet mit einer Gerberei im Osten Deutschlands zusammen. Diese arbeitet ihm extrem zu, denn er bekomme seine Sendungen innerhalb von 6-8 Wochen zurück. Wir „einfachen Einsender“ wissen, frühestens nach 6-8 Monaten ist mit dem fertig gegerbten Produkt zu rechnen! Müsste Daniel auch so lang warten, könnte er seine Bearbeitungszeit von höchstens 6 Monaten für ein Exponat niemals einhalten.


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