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Das sind erst einmal ein paar Informationen, die man verdauen muss. Sicherlich hat der ein oder andere bereits von der Waffe gehört, sie aber in den seltensten Fällen selbst geschossen. So ging es mir ebenfalls und als begeisterter Tester, wollte ich dies nun natürlich ändern. So bekam ich vor genau einem Jahr eine Semprio, mit kurzem Lauf (45 cm), einer Hart-Coat-Beschichtung und in "blaze orange" Optik. Da ich das Kaliber .308 Win. gewohnt bin, wählte ich es hier ebenso. Die Riemenbügel waren seitlich angelegt, somit auch ideal als Nachsuchenwaffe zu gebrauchen. Am Wichtigsten war mir der Lochschaft, dieser verbessert nicht nur meine Schussleistung, sondern ist sehr angenehm für die Hand und somit den ganzen Körper beim Jagen und Trainieren. Als Glas habe ich ein Drückjagdglas von der Firma Leica gewählt (Magnus 1-6,3x24 iL). Ich gebe zu, nachdem ich sie erhalten habe und nach kurzer Einsicht in die Anleitung, zusammengebaut hatte, habe ich mich erst einmal nicht mit ihr beschäftigt. Es war jagdfreie Zeit und das galt auch für mich. Im Sommer habe ich sie dann immer mal wieder zur sicheren Handhabung aus dem Schrank geholt. Die Ulmer Firma hat ein sehr verständliches Video auf Youtube bereitgestellt, wo alle Handgriffe und Vorgänge genauestens erklärt wurden, so konnte ich nach zweimaligem Anschauen die Vorgänge nachmachen, auch wenn ich im Wohnzimmer keine Probeschüsse abgab, das versteht sich. Wenn Sie sich für diese Waffe entscheiden oder auch nur testen, müssen Sie hier erst einmal neu lernen. Das ist einfach so, wir haben kein vergleichbares Repetiersystem bei unseren Büchsen und daher keinerlei Erfahrung damit. Welche sind nun also die Schwierigkeiten, die auf uns zukommen, außer das Erlernen der verschiedenen Vorgänge und das genaue Kennen der unterschiedlichen Verschlusspositionen? Ich hatte anfangs folgende Punkte, die mir Sorgen bereiteten:

- Dass Umdenken beim Repetieren, also nicht zu mir, sondern weg.

- Dass Bewegen des Zielfernrohrs beim Repetieren.

- Dass für Nichtwissende nicht eindeutig sichtbare, offene Tragen der Waffe. Sprich kein sichtbarer, offener Kammerstängel o.ä.

- Wie ist die Handhabung auf dem Ansitz und bei der Pirsch? Bei der Drückjagd sah ich kein Problem, aber auf dem sommerlichen Rehwildansitz oder bei Nacht auf Fuchs und Sau?!

Bevor ich auf die einzelnen Punkte eingehen möchte, noch ein paar technische Details zu der Waffe. Über das "In-Line"-Repetiersystem schrieb ich schon ausgiebig und im Video, am Ende des Artikels, können Sie auch noch einmal alles im Detail sehen. Mit diesem System ist Krieghoff völlig neue Wege gegangen und hat sich an ein nicht leichtes Thema herangetraut, denn was man kennt, verändert man nur schwer. Zudem arbeitet, Sie werden es schon herausgelesen haben, die Waffe mit einem Spannschieber und keiner klassischen Sicherung. Es kann also nur geschossen werden, wenn die Waffe gespannt ist, sie bietet damit ein sehr hohes Maß an Sicherheit. Zudem lässt sich die Büchse in wenigen Schritten auseinandernehmen und ist somit eine "take-down"-Waffe. Perfekt für Reisen ins Ausland oder auf anderen langen Strecken, wo man seine Waffe optimal in einem Waffenkoffer schützen möchte, ohne viel Platz im Auto zu verlieren. Hierzu werden keinerlei Schrauben oder Werkzeuge benutzt. Wer das Kaliber einmal wechseln möchte, braucht innerhalb der Kalibergruppe nur den Lauf austauschen. Wer eine edle Version aus Holz haben möchte, wird ebenfalls fündig und auch das Gravieren von persönlichen Wünschen, kann bei der Firma Krieghoff umgesetzt werden. Ganz wichtig und für mich mittlerweile kaufentscheidend ist der Lochschaft, der auch hier möglich und absolut empfehlenswert ist. Für das sichere Führen der Waffe wird die "safe-to-carry"-Position gewählt, dabei wird der Verschluss leicht nach vorne geschoben und dann mit einem Arretierschieber auf der linken Seite der Waffe fixiert, sodass kein Verschließen mehr möglich ist. So sollten Sie die Waffe auf dem Schießstand und Drückjagden tragen. Ich empfehle auch noch das Magazin zu entfernen, so kommt die Sicherheit der Waffe noch besser zu Geltung. Das Wechselmagazin kann 4 Patronen aufnehmen und eine kann noch in den Lauf eingeführt werden. Ein sehr aktuelles Thema ist der Schalldämpfer, auch diesen können Sie auf die Semprio montieren lassen, hier habe ich allerdings keine Praxiserfahrung sammeln können. Mit einem Gewicht um die dreieinhalb Kilo ist es weder eine besonders schwere, noch leichte Waffe - ein gesundes Mittelmaß also. Auch bei der Kaliberauswahl dürften Sie auf Ihre Kosten kommen, bei 12 Standardkalibern (inkl. Magnumkalibern) sollte etwas Passendes dabei sein.


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