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In der Praxis ist es so, dass der Schütze selten weiß, wie der Drückjagdstand auf den er kommt letztendlich aussieht. So habe ich mir angewöhnt neben meinem großen Glas das Aimpoint immer griffbereit in der Tasche mitzuführen. Kommt man nämlich auf einen Stand mit nur engen Schneisen und kurzen Schussentfernungen ist man mit einem großen Glas meist aufgeschmissen. Ein Drückjagdglas bietet hier eine weitaus höhere Aussicht auf Erfolg, dennoch bleibt meist der Tunneleffekt durch das Glas. Das Micro H-2 ist für solche Stände wie gemacht, ebenso für junge oder mittelalte Bestände, in denen es nur wenige Lücken gibt, die es zu nutzen gilt. Das Schießen ist genau wie bei schnellen Schüssen mit der Flinte rein intuitiv und somit auch eine schnelle Sau, die auf einer engen Schneise kommt, kein Problem mehr. Ist die Waffe an der Wange und das Auge mit dem roten Punkt auf einer Linie, befindet sich dieser zwangsläufig genau dort wo man hinblickt. Die sogenannten Schnappschüsse sind kein Zufall mehr, sondern werden mit etwas Übung die Regel. So konnte ich auf einigen Drückjagden Sauen strecken, die ich sonst bestenfalls vergeblich mit dem großen Glas gesucht hätte, da die Chance bereits vorbei gewesen wäre. Der rote Punkt ist wie oben schon erwähnt sehr fein und klar abgegrenzt, sodass auch ein breitstehendes Reh auf 80 m kein Problem darstellt. Sucht man hingegen eine kleine Lücke im dichten Bestand, wird es schwierig das Reh ohne Vergrößerung klar zu erkennen. Zum Durchgehen oder für die Nachsuche eignet sich das kleine Aimpoint ebenfalls perfekt. Es ist klein und leicht und kann ohne zu stören oder die Waffe unnötig zu beschweren mitgeführt werden. Auch in nahen Situationen behält man immer noch den Überblick und kann wenn nötig auch einen Schuss auf weitere Distanzen anbringen. Das kleine und robuste Micro H-2 von Aimpoint ist in bestimmten Situationen einfach unschlagbar und hier vielen anderen Optiken deutlich überlegen. Als Lösung für enge Schneisen und dichte Bestände habe ich das Aimpoint immer dabei. Auch beim Durchgehen hat mich diese außerordentlich kleine Zieloptik in punkto Gewicht und Robustheit wirklich überzeugt. Drei Tage in der Regentonne sowie das Werfen auf einer Koppel im Revier haben weder die Funktion noch die Treffpunktlage beeinflusst. Alles in allem ist das Micro H-2 kein Glas für alle Einsatzbereiche, jedoch auf kurze Entfernung und einer schnellen Zielerfassung wirklich unschlagbar und unverwüstlich. Es ist keine Wunderwaffe aber in den oben gezeigten Situationen das Mittel der Wahl, um sicher und konstant gut zu treffen - ausreichend Übung vorausgesetzt. Das Aimpoint Micro H-2 kostet derzeit ca. 600 Euro und ist mit den Montagen verschiedenster Hersteller kompatibel.


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